Ex-RKI-Chef Wieler: Bessere Daten wichtig für Vertrauen der BevölkerungFreitag,
20. März 2026
Berlin – Zum Bewältigen kommender Krisen hat der ehemalige Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein transparenteres Gesundheitswesen und eine bessere Gesundheitsdateninfrastruktur empfohlen. Letzteres sei eine Zukunftsaufgabe, sagte Lothar Wieler, inzwischen Professor am Hasso-Plattner-Institut (HPI), gestern in einer Anhörung der Coronaenquete-Kommission des Bundestages.
„Eine zeitnahe und hochwertige Analyse und Veröffentlichung von Gesundheitsdaten ist nur durch Datenverknüpfung, Automatisierung und ohne einen exzessiven Datenschutz möglich.“ Dies sei auch Grundlage für gesellschaftliches Vertrauen. Als ein zentrales Problem in der Coronapandemie machte Wieler aus, dass damals viele Kernindikatoren aufwendig geschätzt werden mussten.
Daten zur Krankheitslast und zum sozioökonomischen Status der Bevölkerung etwa seien begrenzt verfügbar und vergleichbar gewesen, andere Daten erst mit Zeitverzug. Viele Gesundheitsdaten seien historisch unzureichend vernetzt. „Für Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit bedeutet dies, dass wichtige Fragen nicht immer mit der nötigen Sicherheit, in der nötigen Kürze beantwortet werden können“, so Wieler.
Berlin – Zum Bewältigen kommender Krisen hat der ehemalige Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein transparenteres Gesundheitswesen und eine bessere Gesundheitsdateninfrastruktur empfohlen. Letzteres sei eine Zukunftsaufgabe, sagte Lothar Wieler, inzwischen Professor am Hasso-Plattner-Institut (HPI), gestern in einer Anhörung der Coronaenquete-Kommission des Bundestages.
„Eine zeitnahe und hochwertige Analyse und Veröffentlichung von Gesundheitsdaten ist nur durch Datenverknüpfung, Automatisierung und ohne einen exzessiven Datenschutz möglich.“ Dies sei auch Grundlage für gesellschaftliches Vertrauen. Als ein zentrales Problem in der Coronapandemie machte Wieler aus, dass damals viele Kernindikatoren aufwendig geschätzt werden mussten.
Daten zur Krankheitslast und zum sozioökonomischen Status der Bevölkerung etwa seien begrenzt verfügbar und vergleichbar gewesen, andere Daten erst mit Zeitverzug. Viele Gesundheitsdaten seien historisch unzureichend vernetzt. „Für Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit bedeutet dies, dass wichtige Fragen nicht immer mit der nötigen Sicherheit, in der nötigen Kürze beantwortet werden können“, so Wieler.
https://www.aerzteblatt.de/news/ex-rki-chef-wieler-bessere-daten-wichtig-fur-vertrauen-der-bevolkerung-78f24d4d-3eb9-4c60-8a7f-0dab6b0adb7d?utm_medium=email&utm_source=CR&utm_campaign=NL-DAE_Montags-Bulletin&utm_content=Mailing_20260323
AuslandWHO-Jahrestreffen nach vorläufigem Scheitern von Pandemieabkommen
Montag, 27. Mai 2024
Genf – Überschattet vom vorläufigen Scheitern eines Pandemieabkommens beginnt heute in Genf das Jahrestreffen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Am Freitagabend stand fest, dass der geplante Höhepunkt der Versammlung ausfallen muss. Vorgesehen war die feierliche Verabschiedung eines Abkommens, das ein weltweites Chaos wie bei der Coronapandemie künftig verhindern sollte. Aber die Unterhändler der 194 Mitgliedsländer konnten sich bis zum Schluss nicht auf einen von allen akzeptierten Text einigen.
Diplomaten verschiedener Länder sowie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerten sich jedoch optimistisch, dass die Arbeit an dem Abkommen fortgesetzt werden könne. © dpa/aerzteblatt.de
Pandemieabkommen: Bundestag lehnt Vorschläge von Union und AfD ab Freitag, 17. Mai 2024
Die Union forderte die Bundesregierung in ihrem Antrag unter anderem dazu auf, in den Verhandlungen über ein Pandemieabkommen der WHO konsequent für den Präventionsansatz, der umfassenden Vorbeugung von Pandemien, einzutreten.
Die WHO müsse durch das Abkommen handlungsfähiger werden, wobei ihre Befugnisse klar abgegrenzt und die zentrale Rolle der Mitgliedsstaaten und die Rechte der Bürger gewahrt sein sollen, heißt es in dem Antrag.
Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass die Umsetzung des Abkommens in Übereinstimmung mit den nationalen Gesundheitspolitiken der Mitgliedsstaaten erfolge und einzelstaatliche Souveränitätsrechte vollumfänglich bestehen blieben.
Die Union spricht sich zudem für den Schutz geistigen Eigentums und gegen eine Abschwächung des Patentschutzes für Impfstoffe und Medikamente aus. Dies wäre ein falsches Signal für die erforderliche Forschung der Unternehmen und würde mangels notwendiger Fähigkeiten zur Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten auch nicht zu einer schnelleren Herstellung und gerechteren Verteilung führen, schreiben die Abgeordneten.
Die AfD-Fraktion forderte in ihrem Antrag die Ablehnung des geplanten Pandemievertrags und der überarbeiteten Internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO. Die Initiativen der WHO zielten darauf ab, ihren Einfluss durch Kompetenz- und Mittelstärkung zu erweitern, heißt es. Bereits im Februar hatte der Bundestag in erster Lesung über die beiden Anträge diskutiert, zudem gab es eine öffentliche Sitzung des Unterausschusses Globale Gesundheit des Gesundheitsausschusses im April.
Die AfD hingegen forderte einen Untersuchungsausschuss zur Arbeit der Regierung während der COVID-19-Pandemie. Zudem brauche es einen Untersuchungsbericht zur Rolle der WHO in der „Gesundheitskrise“, sagte die AfD-Abgeordnete Christina Baum. Entsprechende Aufarbeitung forderte auch Andrej Hunko von BSW. Die Bundesregierung müsse sich in Genf für die Aufarbeitung der Pandemie einsetzen, betonte er.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/151527/Pandemieabkommen-Bundestag-lehnt-Vorschlaege-von-Union-und-AfD-ab
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen